Freitag, 20. März 2015

Ngiyakuthanda umndeni <3

Es passiert momentan so viel im Greytown Children's Home, sodass ich mich entschieden habe darüber einen Beitrag zu verfassen, schließlich ist dass der Ort an dem ich seit fast sieben Monaten lebe. 
Würde mir jemand glauben, dass ich die Zeit hier einfach immer noch so toll finde, obwohl ich euch jetzt einige Geschehnisse aufzähle die unter anderem nicht so toll sind. Doch wenn man jeden Tag in die fröhlichen und glücklichen Gesichter der Kinder schaut, sind selbst diese negativen Ereignisse vergessen und man weiß warum man jeden Tag aufs Neue da bleiben will.

1.Das erste Wochenende nachdem ich wieder vom Urlaub zurück war, haben wir eine Party für die 1 bis 7 Klässler gemacht. Es ist immer aufs Neue so süß anzuschauen, wie sehr sie sich über solche besonderen Abende freuen, vor allem mit Musik hat man die Kids hier immer um den Finger gewickelt. So unglaublich, wie sehr sie Rhythmus im Blut haben, aah es hat so viel Spaß gemacht. Sie haben mir ihren Tanzstil beigebracht, jetzt kann ich auch ein wenig afrikanisch Tanzen und vor allem die Musik find ich mega toll und im Gegensatz zu der Musik die wir in Deutschland hören auch ganz anders und irgendwie besonderer. Und wisst ihr was, die meisten der Lieder hab ich jetzt endlich auch auf meinem Handy *-* wenn ich zurück bin, werdet ihr mich schon von weiter Entfernung mit dem Auto kommen hören ;)

Und bei Bildern sind die Kidis eh immer dabei ;)

2.Ich weiß nicht ob ihr euch noch erinnert wie das Heim hier aufgebaut ist, dass ich in einem der kleinen Mädchenhäuser OT arbeite. 
Dort war in einer Nacht die Hölle los, die Hausmutter hat zwei der großen Jungs gerufen und die haben dann meine Mädchen geschlagen.. Was in diesem Heim ein absolutes Tabu ist und vor allem sollte sie selbst wissen das Gewalt keine Probleme löst. Ich finds einfach nur traurig was für ein schlechtes Vorbild sie damit für die Kinder ist. Na klar, ich verstehe, dass das nervt wenn man unter der Dusche steht und jemand von außen ständig das Licht aus macht. Aber meiner Meinung nach, ist und darf das immer noch kein Grund für Schläge sein.
Nur leider häufen sich die Geschehnisse mit ihr und die Kinder fühlen sich auch schon seit längerem nicht Wohl in ihrer Gegenwart, was ich jeden Tag zu spühren bekomme, wenn ich mich im Haus aufhalte..! Denn die Kinder spielen sich gezielt gegen ihre Hausmutter auf und sie spielt leider auch noch mit.
Aber darf ich euch eine erfreudige Nachricht mitteilen, Carol die Hausmutter von OT musste das Haus verlassen und ist nun nur noch Springermutter. Die neue Hausmutter ist Thola, ich bin überglücklich für meine Kinder, allein nur das abendliche Essen verläuft schon viel Harmonischer!!

Dann dacht ich mir doch einfach mal, its time for a Fotoshooting.

Streit wer im Vordergrund sein darf..

Meine zwei kleinen, naughty Girls :*

3.Toevlug, ist das Haus wo vier von uns Voluntärinnen ihr Zimmer haben. Während wir ein Wochenenende in Underberg, das ist in den Drakensberge, verbracht hatten, ist jemand in deren Zimmer eingebrochen und haben Geld, Süßes, Obst und Trinken mit gehen lassen. Das war fürs erste erst Mal ein großer Schock, dass das Vertrauen nun zu den Kindern einen Knick bekommen hatte. 
Zum Glück kam nach zwei Tagen raus, das GN Jungs (vom highschool Jungshaus) in Toevlug drin waren und sich die Lebensmittel stibitzt haben, aber sie beharren bis jetzt immer noch drauf nicht in den Privaträumen gewesen zu sein. Unser Chef, Pieter hat Charlotte und Helena dann dazu gebeten, dass sie eine Anzeige gegen die genannten Boys machen sollen, damit wir überhaupt jemals eine Chance auf die Wahrheit bekommen. Doch leider hat selbst das Angst einflössen der Polizisten nichts gebracht, keiner der sechs Jungs sagt etwas zum Diebstahl des Geldes, somit sind wir immer noch auf dem gleichem Standpunkt. Ihnen drohen nun einige Kürzungen (kein Taschengeld für ein halbes Jahr, Geldbetrag zurückzahlen und eine Warnung) die sie an das Heim und an die Voluntärinnen geben müssen, mal sehen ob wir jemals eine Antwort bekommen :/


Unsere Toddler, die wir Tag für Tag in den Kindergarten bringen und wieder abholen.

4.Aber sonst, bin ich echt gerne hier, hab auch kaum noch das Verlangen am Wochenende weg zu fahren, weil ich mich gerne an Wochenenden auch mal mit den Kindern aus anderen Häusern beschäftige. Was mir echt viel Freude, gute Gespräche und neue Einblicke bringt worüber ich sehr sehr Dankbar bin. Ich kann echt schon sagen, tiefere Freundschaften aufgebaut zu haben, es gibt einfach Kids die mir unwahrscheinlich am Herzen sind!!

Thandi and mee...

Opa, unser Gatewächter der nun in Pension gegangen ist.

Selbst in Greytown hab ih Freundschaften geschlossen, so dass wenn ich mal verlangen habe einen Tapetenwechsel zu wollen kann ich mich immer bei Ihnen melden und dann machen wir unser eigenes Fest in Greytown. Wie zum Beispiel das letzte Wochennde, wo wir zuerst bei Zakwe, gegrilltes Fleisch und Puthu essen waren und dort neue Leute kennengelernt haben, die uns mit zu einer Birthdayparty genommen haben. Es war mega cool, i love the Culture of the Zulus!!

5.Leider bin ich nun seit Anfang März alleine in meinem Zimmer in NB, denn Pauline und Hannah haben mich innerhalb von einem Tag unterschied verlassen. Was für mich echt mega traurig ist, denn mit Ihnen bin ich von Anfang an in South Africa zusammen gewesen, wir sind alle mit der gleichen Organisation hier her gereist, haben zusammen die Orientierungswoche in Kapstadt verbracht und sind seit  dem immer überall zusammen gewesen. Diese zwei Menschen waren die wichtigsten für mich und sie werden für immer ein Teil meiner Südafrika Reise bleiben. Es ist so krass, man hat sich nun sechs Monate immer zu dritt ein Zimmer geteilt und dann so plötzlich ist man wieder alleine. Man hat niemanden mehr mit dem man Abends über Gott und die Welt reden kann, daran muss selbst ich mich wieder gewöhnen (hatte schon immer ein eigenes Zimmer). Ich hätte einfach auch nie gedacht, dass das sechs Monate ohne Streit und ohne größere Probleme waren. 
Ich bin Hannah und Pauline einfach nur unendlich Dankbar, dass sie mir die Zeit in South Africa noch schöner gemacht haben und das ich wirklich sagen kann zwei neue, gute Freundinnen in meinem Leben gefunden zu haben, Ngiyabonga :*

Wir drei, rechts im Hintergrund unser Zimmer und die Mädchen mit denen wir sechs Monate im Haus zusammen gelebt haben.

So ich hoffe meine Einblicke in mein Leben in Greytown haben euch über meine momentane Situation schlüssig gemacht. Und selbst wenn mal nicht alles so positiv läuft, kopf hoch, schließlich gibt es Menschen mit schlimmeren Problemen! 

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